Was ist Ihr Wochenziel? Ziellos oder Zielorientiert?

Etappenziele

Einmal ehrlich und Hand aufs Herz. Haben Sie sich für diese Woche, in Ihrem Job, ein Wochenziel gesetzt  welches Sie konsequent erreichen wollen? Weshalb klappt es oft im privaten Bereich, sich ein spezielles Ziel zu setzen, welches unbedingt erreicht werden will jedoch nicht im beruflichen Umfeld? Sie nehmen sich vor, dass bis Sonntag der Garten wieder hübsch gemacht werden soll, der Abstellraum im Keller entrümpelt werden wird oder ein kleiner Familienausflug durchgeführt werden soll. In den allermeisten Fällen, planen und machen sie dann alles, um diese Ziele zu erreichen.

Ganz instinktiv nehmen wir uns aus dem großen Ziel, den ganzen Keller des Hauses einmal durchzusäubern, für den Samstag dann nur einen Raum vor. Wir zerlegen also, das große Ziel, den sauberen Keller, in einzelne Räume welche wir mit einem übersichtlichen Zeitaufwand erledigen können. Am Ende des Tages sind wir dann stolz auf das erreichte. Wir haben einen Kellerraum gesäubert und freuen uns darüber.

Die Transformation dieses Phänomens in den beruflichen Kontext fällt uns herzu jedoch oft sehr viel schwerer. Täglich gibt es viele größere und kleinere Dinge zu erledigen. Wir verzetteln uns leicht und wissen am Abend dann oft nicht, was wir eigentlich heute erledigen wollten.

Bei größeren Projekten arbeiten wir auf den Endzustand hin, ohne das große Ganze in kleine erledig bare Teilstücke zu bringen, an welchen wir dann konsequent arbeiten. Sind dann Teilaufgaben erfolgreich erledigt, freuen wir uns wenig darüber, sondern blicken besorgt auf die vielen noch offenen Aktionspunkte, die zudem notwendig sind. Aber wieso?

In einem Haus gibt es sicher auch noch viele andere Räume und Aufgaben, die es noch zu erledigen gibt – jedoch können wir uns trotzdem an dem bereits geschafften erfreuen.

Herzlichen Glückwunsch Herr Rieger und danke dass Sie den überaus wichtigen und prestigeträchtigen Auftrag für uns gewinnen konnten. Herr Rieger freut sich im ersten Augenblick auch sehr darüber, für seine Firma, einem Auftragsfertiger in der Verpackungsindustrie, den Großauftrag über die komplette Verpackung des neuen TOP Smartphone gewonnen zu haben.

Doch diese Freude verfliegt dann schnell um täglichen tun. Es gilt das Konzept der einzelnen Verpackungselemente zu erstellen. Deckel und Gehäuseschale müssen entworfen werden. Die Zeichnungen für das Inlay, in welche das Smartphone eingelegt wird muss erstellt und ein passender Kunststofflieferant soll ausgewählt werden. Die Einlegeschachtel für das Netzteil, die Kopfhörer und das weitere Zubehör müssen zudem gestaltet werden. Zudem will die Druckerei für das Handbuch, die Daten in einem passenden Format erhalten.

Dazu noch etliche Projektbesprechungen, Materialfestlegungen, Abstimmungen mit den Prozessingenieuren und der Produktion, … Herr Rieger hat also eine ganze Menge zu tun. Tag ein Tag aus arbeitet er an vielen verschiedenen Themen und hetzt von Termin zu Termin.

Das große Ganze ist zwar klar zu sehen, die zigtausend Verpackungen, zum sportlichen Liefertermin. Wer will schon einen groß angekündigten Liefertermin eines High Tech Smartphone gefährden, durch eine fehlende Verpackung?

Der einzige Blick, der existiert, ist der des Ausliefertermin, es findet keine Teilterminplanung statt, keine „Etappenziele“ und erst recht keine Wochen oder Tagesziele.

Am Ende ist zwar der Auftrag Terminegerecht geliefert, jedoch kam dabei keinerlei Freude auf. Nicht bei Abschluss des Projekts, geschweige denn zwischendrin.

Kommt Ihnen dieses bekannt vor? Sie kommen morgens an Ihren Arbeitsplatz und schon geht es los. Hier eine Kleinigkeit und dort noch was zu klären. Doch das, was Herr Rieger eigentlich für sein Projekt tun wollte, greift er immer erst dann an, wenn gerade Zeit dazu ist oder der Termindruck am größten ist.

Deshalb, setzten Sie sich Wochenziele, legen Sie fest, was Sie unbedingt diese Woche alles erledigen wollen, setzten Sie Ihren Fokus darauf und achten Sie ganz im speziellen auf die vielen kleinen „Zeitdiebe“, die Ihnen dann einen Großteil Ihrer Wöchentlichen Schaffenszeit kosten. Haben Sie dann ein entsprechendes Wochenziel erreicht, seien Sie stolz drauf und genießen Sie diesen Augenblick. Auch wenn Sie diesen Augenblick „nur“ mit einer Tasse Tee oder Kaffee feiern.

So können Sie den Spaß und die Freude in Ihrem täglichen Tun hochhalten und fühlen sich dann auch viel erfolgreicher und erfüllter im Beruf.

Powertipp:

  • Zerlegen Sie große Ziele, z.B. in Wochenziele
  • Arbeiten Sie fokussiert auf das Wochenziel hin
  • Freuen Sie sich beim Erreichen des Wochenziels und genießen Sie dieses
  • Achten Sie auf die vielen kleinen „Zeitdiebe“
  • Und feiern Sie das erreichte

 

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